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 2015-02-27 - Olching (Legends of Rock), Deutschland

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Rasputin 93

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BeitragThema: 2015-02-27 - Olching (Legends of Rock), Deutschland   Mi Nov 19, 2014 4:11 pm

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Julchen

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BeitragThema: Re: 2015-02-27 - Olching (Legends of Rock), Deutschland   Do Jul 02, 2015 2:52 pm

Es ist zwar schon eine ganze Weile her, aber ich finde ihr alle solltet die Geschichte kennen, warum die Jungs sich auf den Weg nach Olching gemacht haben, und nicht, wie erwartet, lieber in München gespielt haben.

---Achtung---Laaaaaaaaaaaaaanger Text! --- Nichts für mal eben schnell zum lesen ---



Ost+Front @ Dark Vision

Es fing an mit einer Schnapsidee (oder eher einer Bieridee).
Ost+Front spielten im Backstage Club in München. Das Dark Vision Team war natürlich anwesend, feierte, tanzte und hatte den Spaß seines Lebens. Natürlich nicht ganz uneigennützig. Schreibschlampe und Fotosklave - unsere offizielle Mitarbeiterbezeichnung bei der  Zeitschrift Legacy – hatten viel zu tun. Brav mitgeschrieben und hunderte Fotos gemacht.
Dann die Idee, jetzt ein Interview mit den Jungs, das wäre geil.
Also doof gefragt und Glück gehabt. Nach dem Konzert ein Bierchen getrunken und gewartet...und gewartet...und getrunken. Dann hatten die Herren der Schöpfung endlich geduscht und uns wurde gesagt, wir haben eine halbe Stunde Zeit um unsere Fragen zu stellen.
2 Stunden später waren wir betrunken, hatten uns 3 Bier über (ja...über, nicht in) den Kopf gekippt, 4 Schachteln Zigaretten geraucht und genau 0 Fragen gestellt. Herrmann meinte „Wir machen das dann einfach per Mail.“  
Man könnte jetzt denken, 2 Stunden Zeit „verschwendet“, aber nein. Es wurde eine Idee geboren.

WIR WOLLEN OST+FRONT!

Zur Erklärung, im schönen Olching bei München gibt es einen kleinen Club, das Legends of Rock.
Und in diesem kleinen Club, hüpfen einmal im Monat sechs voll motivierte schwarze Gestalten durch die Gegend und organisieren die Dark Vision. Eine Veranstaltung, die auch ab und an Raum für Konzerte zulässt.
Ihr alle versteht jetzt wohl unseren Gedankengang, aber wirklich euphorisch waren wir nicht. Was kann das kleine Olching bieten, wenn wir gleich neben München vegetieren.
Zwei Monate später, dachten wir nochmal drüber nach. Februar 2015, das wäre unser 4-jähriges Jubiläum, da brauchen wir was Besonderes.

WIR BRAUCHEN OST+FRONT!

Also ging es dann doch los. Es wurde telefoniert, gemailt und diskutiert bis Ohren und Finger weh taten und der Kopf vor lauter Ideen fast platzte.
Es war dann Oktober 2014, als wir unseren Gästen verkünden konnten:

WIR HABEN OST+FRONT!

Plakate aufhängen, Facebook mit Werbung zu spammen und propagandieren was das Zeug hält.
Schlussendlich hat sich alles gelohnt. Unser kleines Olching hatte mehr Konzertbesucher als München und Nürnberg im Vorjahr zusammen!
Als wir diese Zahlen hörten war die Begeisterung grenzenlos und die Party im vollen Gange.

Aber jetzt zurück auf Anfang:
Etwa eine Woche, vor dem geplanten Konzert, ploppte eine WhatsApp auf meinem Handy auf. Es war Wilhelm mit der Frage: „Wir hätten eine Vorband, können wir die mitbringen?“ -  „Sind die gut?“ – „Ja, sind jut!“ - „Wo kommen die her?“ - „Österreich.“ – „Okay. Der Dialekt ist süß, bringt sie mit!“

Wir fieberten dem Tag entgegen, wie ein kleines Kind, das an Weihnachten Geburtstag hat.
Als es endlich soweit war, ging es uns gar nicht gut. Kaum geschlafen, nichts gegessen, so nervös.
Aber keine Zeit zum Leiden, wir hatten viel zu tun. Club dekorieren, einkaufen, Catering vorbereiten, Getränke kühlen, Anlage vorbereiten, auf die Uhr schauen, „scheiße, die Tür geht auf“.
„Wer seid ihr denn?“ - „Wir sind die Vorband.“ Wieder was gelernt, super, die Jungs von Krankheit sind da, fühlt euch wie zu Hause, Kasten Bier steht gekühlt im Backstage. Super sympathische Jungs, konnten uns wunderbar unterhalten, während wir warteten und warteten...und warteten. Denn die Jungs von Ost+Front kamen zu spät. Nicht nur fünf Minuten, sondern gleich über eine Stunde.
Puls mittlerweile auf 100.
Als dann endlich das Handy klingelte und Wilhelm die erlösende Nachricht überbrachte, dass sie gleich da sind, wurde uns urplötzlich klar, was wir gerade eigentlich machen. Was wir versuchen hier auf die Beine zu stellen. Was alles schief gehen kann.
Puls auf 120, 150, 200…
SCHEIßE!
Also raus aus dem Club, ab auf die Straße und bei jedem Auto, das auch nur annähernd Sprintergröße hatte, stieg der Puls weiter.
220, 230...
Gleich darauf (gleich waren nun 25 Minuten) war der Puls bei 380, als endlich der Bus auf unseren Parkplatz bog.

Endlich, endlich, endlich! Die Jungs stiegen aus und erstmal wurde wild geknuddelt. Doch dann, die Erkenntnis. Scheiße! Eva fehlt! (Lustigen Spruch, über Frauen, die immer länger brauchen, bitte hier einfügen)
Puls von 450!
Aber dann kam ein Satz, den wir nun furchtbar oft hören sollten „Allet jut, allet jut! Eva kommt gleich nach!“
Nur noch 420. „Allet jut, allet jut, entspannt euch, ihr seid nervöser als wir.“ Ja! Definitiv! Das war eine Tatsache! Vollkommen fertig mit den Nerven.

Erstmal Richtung Hotel und dann Soundcheck, das war der Plan.
Der Soundcheck entpuppte sich als Mini-Exklusiv-Konzert. So viel Platz zum Tanzen haben wir den ganzen Abend nie wieder! Das muss man ausnutzen!
Soundcheck fertig, und schon meldeten sich die ersten Bedürfnisse. „Boah, ich hab Hunger!“ Okay, Herrmann hat Hunger, der Rest auch, Eva kommt grade durch die Tür, also los mit fast 20 Leuten Richtung Chinesen.

Ganz entspannt essen und dann noch entspannter wieder Richtung Club.
Halt Club, da war ja was! Scheiße Konzert! Wann geht’s denn los? In einer halben Stunde! Scheiße, keiner ist geschminkt, alle noch in zivil und mit vollen Tellern. Also, essen im stehen, mit 80 (Geschwindigkeit, nicht der Puls) durch den Ort und dann ab zum schminken.
Die Jungs waren voller Elan dabei, während wir unsere Gäste begrüßten.
Handy klingelt. „Ich hab meine Schminke aus dem Backstage ausgesperrt. Hilf mir!“
Puls bei 450!
„Allet jut, allet jut, entspann dich!“

Licht aus. Spannung steigt. Krankheit legen los. Erstes Lied. Ton klingt gut, Licht funktioniert, abgemischt ist auch alles gut. Also, allet jut, allet jut.
Puls nur noch bei 300.
An eine Setlist kann ich mich leider nicht mehr erinnern. Nervosität war zu groß. Aber was ich noch sicher weiß, Krankheit machten Stimmung. Unsere Gäste tanzen, lachten und allet war jut.
Nach einer halben Stunde war es dann auch schon vorbei. Die Mischung aus Klassik, Industrial und Metal sprach viele an und die Jungs konnten sich über regen Zuspruch freuen.

Aber, nach der Nervosität, ist vor der Nervosität. „Wenn jetzt was schief geht, schauen uns die Jungs nicht mal mehr mim Arsch an.“ war mein letzter Satz, bevor ich noch einen großen Schluck Alkohol in den Backstage Bereich brachte (zur Beruhigung versteht sich) und ein letztes „Allet jut, allet jut, dat wird schon!“ zu hören bekam.

Das Licht geht aus, und ein Raunen durch die Menge.
Puls für circa 30 Sekunden auf dem Nullpunkt, danach wieder weit über 200.

Aber was soll ich sagen? Die Jungs haben es gerockt! Es war geil, es war episch, es war allet jut!
Das ganze Konzert über getanzt, gelacht, gestrahlt und danach einen Puls von 120. Aber jetzt vom Tanzen, nicht vor Nervosität.

Aber die Dark Vision wäre ja nicht die Dark Vision, wenn wir um 12 nach einem Konzert schon dicht machen würden.
Nein, die Party ging weiter. Mit Ost+Front! Band zum Anfassen! Nach der obligatorischen Foto- und Autogrammstunde wurde getanzt (man munkelt, es gibt Bandmitglieder die können das sehr gut… und andere eher… weniger Razz ), geratscht und viel getrunken.

Erst gegen 3 setzten wir uns in den Bus und fuhren den ersten Teil der Band Richtung Hotel. Nach unmoralischen Angeboten, nicht jugendfreien Gesprächen, Analysen über Vor- und Nachteile der Zimmervergabe (3-Bett-Zimmer für eine Person und dann nicht mal Groupies mitgenommen) und viel Gelächter verabschiedeten sich also die ersten Richtung Bett (in welches von den dreien, ist leider nicht bekannt).
Der Rest feierte einfach weiter. Nach einem kurzen Plausch im Büro, über den restlichen Ablauf der Nacht und des nächsten Morgens wurden noch Erinnerungsfotos fürs Team geschossen („Du musst deinen Kopf in seinen Schritt legen, sonst passt du nicht mit aufs Bild!“) und als die letzten Gäste sich verabschiedet haben, brachten wir auch den Rest der Band in Richtung Bett.

Bei uns war aber an Schlaf nicht zu denken.
Wir hatten noch viel zu tun und waren außerdem viel zu aufgekratzt um ruhig zu sitzen, geschweige denn im Bett zu liegen.
Also zurück in den Club, Deko abgenommen, aufgeräumt, Plakate abgehängt und den Laden mehr oder weniger in den Originalzustand versetzt.

Jetzt aber doch für 2 Stunden ins Bett, denn in der Früh steht noch der letzte Programmpunkt an.
Wenn die Jungs schon mal in Bayern sind und ein bisschen Zeit mitgebracht haben, dann muss das auch ausgenutzt werden.
Also, zum Hotel gefahren, Autos mit Gepäck und Band vollgestopft und zurück Richtung Club.
Ab in die Küche und schnell ein Weißwurstfrühstück gezaubert. (Herrmann: „Aber nur wenn ihr Obatzda da habt!“ – „Haben wir!“ – „Dann ist ja allet jut!“)  

Der Puls, schon seit längerem wieder auf Ruheniveau wurde innerhalb 5 Sekunden wieder in die Höhe getrieben, als Herrmann verkündete: „Wir kommen nächstes Jahr wieder, aber nur, wenn wir zu dem geilen Chinesen gehen!“


Gestärkt, satt, glücklich, aber sau müde ging es dann für die Jungs weiter Richtung Heimat.
Der Abschied fiel schwer, aber die Erinnerung bleibt ewig und macht unglaublich glücklich!

WIR HATTEN OST+FRONT!

Und dann standen wir da… blickten dem Bus hinterher, fingen erst langsam an zu realisieren, was in den letzten 24 Stunden passiert ist und machten uns das erste Bier auf. Immerhin gab es noch Weißwürste (aber leider keinen Obatzda mehr)!
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Tim

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BeitragThema: Re: 2015-02-27 - Olching (Legends of Rock), Deutschland   Do Jul 02, 2015 9:13 pm

Sehr gut geschrieben, liest sich wirklich gut. Ich bin selbst (Hobby-)Schreiberling und muss echt sagen: Mädel, du kannst schreiben, weiter so! Ich hoffe wir bekommen von dir mal mehr zu lesen. Smile

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TaikuriVeli

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BeitragThema: Re: 2015-02-27 - Olching (Legends of Rock), Deutschland   Fr Jul 03, 2015 8:14 pm

So viele talentierte Schreiberlinge hier...man man man Very Happy
Konzert-Berichte könnt ich garnicht schreiben, da bleib ich besser in meinem Gebiet.

Und iiiirgendwann schaff ich's auch mal zu meinem ersten O+F Konzert xD
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Rasputin 93

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BeitragThema: Re: 2015-02-27 - Olching (Legends of Rock), Deutschland   So Jul 05, 2015 11:14 pm

Seh ich genauso... ein mega geiler Text. Könnte auch in irgendeinem beliebigen Roman als Episode erscheinen Very Happy

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Julchen

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BeitragThema: Re: 2015-02-27 - Olching (Legends of Rock), Deutschland   Mo Jul 06, 2015 10:32 am

Dankeschön ihr Lieben Smile
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MarxBrother81

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BeitragThema: Re: 2015-02-27 - Olching (Legends of Rock), Deutschland   Di Jul 07, 2015 10:42 am

Defacto: um so mehr ein Mensch erlebt, um so mehr kann er schreiben. Um so einfacher fällt es ihm die richtigen Worte zu finden.
Ganz einfach eigentlich. Wink
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